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Besucht: Richard Avedon Fotoretrospektive in Berlin, Martin-Gropius-Bau

Endlich finde ich mal wieder Zeit in eine Kunstausstellung zu gehen, und die Retrospektive von Richard Avedon lockte nicht nur mich, denn es gab gleich dreimal eine kurze Wartezeit: Am Eingang zum Martin Gropius Bau, an der Kasse und schliesslich wieder am Eingang zu den Ausstellungsräumen. Leider habe ich mir weder die Namen der Kuratoren noch der Verantwortlichen für die Gestaltung der Austellung gemerkt. Wenn die besagten Personen nochmal für eine Ausstellung veranwortlich sind, möchte ich sie lieber meiden.

Ja, Avedons Fotographien sind beeindruckend. Wenigstens einige von ihnen, der Rest ist jedoch mindestens interessant. Den Veranstaltern ist es jedoch gelungen, Avedons Werk ihrer Magie zu berauben. In allen Räumen wurden jeweils alle vier, manchmal sogar mehr, Wände regelrecht zugepflastert. Nicht nur haben die kunstinteressierten Besucher keinen Raum zum Atmen, sie werden von der schieren Masse an Bildern erschlagen. Nur an einer Stelle wäre dies vielleicht noch ein adäquates stilistisches Mittel gewesen, der Wand der amerikanischen Politiker. Ansonsten wurde fast allen Fotos die Möglichkeit genommen auf den Betrachter zu wirken, ihn zu locken. Gerade weil Avedon von einem eher minimalistischen Stil geprägt war, wird durch die Berliner Austellung sein Werk regelrecht geschlachtet. Der zerstörerische Widerspruch zwischen überfüllter Wand, Wänden, und den ruhigen auf das wesentliche, den abgelichteten Menschen, reduzierten Fotos hätte auch einem Kunststudenten im ersten Semester auffallen müssen. Schade drum. Ich kann einen Besuch der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau nicht empfehlen.