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Gelesen: They Say / I Say

Sachlich und kompetent Argumentieren, und das auch noch schriftlich und auf akademischem Niveau, ist nicht jedermanns Sache. Soll man dies auch noch in einer anderen als die eigene Muttersprache vollbringen, wird es noch schwerer. They Say / I Say von Graff und Birkenstein füllt die Lücke zwischen fehlender Sprachkenntnis und der Kunst des Argumenierens. Graff und Birkenstein präsentieren eine Reihe von thematisch und anlassorientiert sortierten Templates -- Vorlagen, die nur noch ausgefüllt werden müssen. Diese Templates können jedoch nur der erste Schritt sein. Bei ihrer Nutzung, also der Übung, dem schriftlichen Argumentieren, muss und wird sich ein eigener Stil entwickeln. Ansonsten wirkt das Schriftstück hölzern und tot. Durch die Struktur der Vorlagen wird der Novize bei der Anwendung schliesslich auch an die Kunst des Argumentierens herangeführt.

Als Einstieg, insbesondere für werdende Autoren, deren Muttersprache nicht Englisch ist, eignet sich dieses Buch wohl gut. Der nächste Schritt sollte dann aber der Griff zu "The Craft of Argument" von Williams und Colomb sein.

Gelesen: The four hour work week

Na das ist doch mal ein Buch mit einem vielversprechendem Titel. Timothy Ferriss gibt mit seinem Erstlingswerk einen kleinen Einblick in seine persönliche Arbeitsphilosophie und -geschichte. Auch wenn etliches für die meisten anderen einfach nicht relevant ist und sein kann. Nicht jede Idee lässt sich schliesslich erfolgreich vermarkten, und nicht jeder lebt in den USA. So gibt es in dem Buch doch auch einige gute Ideen und Hinweise, mit denen man sein tägliches Leben produktiver gestalten kann.

Ich frage mich zum Beispiel, ob es auch deutschsprachige Virtual Assisstants gibt. Es gäbe da einige Dinge, die ich gerne outsourcen würde...

Das Buch ist auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre -- selbst wenn man nicht einer 4-Stunden Abeitswoche entgegen strebt und seine neu gewonne Freizeit mit Globetrotting verbringen möchte.

Gelesen: How to Write a Lot

Nur durch Zufall bin ich zu Paul Silvias "How to Write a Lot" gekommen. Silvia ist Psychologe und sein Buch richtet sich direkt an seine Fachkollegen, obwohl die Ratschläge durchaus nicht fachspezifisch sind. Der "praktische Wegweiser zu produktivem, akademischen Schreiben" lässt sich auf einen einzigen Ratschlag reduzieren: "Schreibe regelmässig zu festen, eigens hierfür reservierten Zeiten". Zur Unterfütterung nennt Silvia noch einige Strategien, die das anfängliche Durchhalten eines regelmässigen Schreibtermins erleichtern und einige Strategien zur Organisation des Schreiben selbst.

Zwei Dinge haben mich an dem Buch überrascht. Paul Silvia -- warum muss man eigentlich seinen akademischen Grad auf dem Cover nennen? -- ist gerade mal mein Alter. Ich schreibe zu wenig, war daraus resultierend meine erste Reaktion. Die zweite Überaschung kam nach dem Lesen. Ich habe das Buch am Stück an einem Abend -- nachdem ich bereits einige andere Bücher etwas weitergelesen hatte -- vollständig gelesen. Silvia hat einen erstaunlich angenehmen, unterhaltsamen Schreibstil. Schreiben kann man lernen.

Gesichtet: Creating More Effective Graphs

Naomi Robbins liefert mit ihrem Buch Creating More Effective Graphs eine gelungene Übersicht über gute graphische Darstellungen von Zahlenmaterial. Hierbei bespricht sie jeweils auch kurz die üblichen Kardinalfehler und erläutert warum eine andere Darstellung besser ist. Didaktisch sinnvoll steigt der Komplexitätsgrad der Darstellungen nur langsam an.

Die Nähe zu Cleveland und Tufte ist deutlich und wird auch nicht verschwiegen. Bereits im Vorwort wird auf die beiden Größen der visuellen Datenaufbereitung verwiesen. Creating More Effective Graphs ist damit auch nicht als Ersatz, sondern als einführende Ergänzung zu den Standardwerken von Cleveland und Tufte zu verstehen.