Economics

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Gelesen: The Logic of Life

Der „Undercover Economist“ und Wissenschaftsjournalist Tim Harford geht in seinem neuen Buch wieder der Frage nach, ob und wie sich das alltägliche Verhalten der Menschen durch ökonomische Prinzipien erklären läßt. Insbesondere sind hierbei wieder die Anreize der Akteure zentraler Gegenstand der Betrachtung. Tim Harfords angenehmer Schreibstil und die gut recherchierten Themen lassen das Buch zu einer informativen und kurzweiligen Lektüre werden. Obwohl er nicht selbst in der Forschung involviert ist, bezieht er Position und regt so auch zum Mit- und Nachdenken an.

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Gelesen: The Myth of the Rational Voter

Bryan Caplan versucht zu erklären, warum Demokratien schlechte Politikmassnahmen hervorbringen. Zentral für seine Darstellung ist eine rationale Irrationalität der Wahlbevölkerung, die auch bezüglich ihrer Überzeugung (beliefs) Präferenzen hat. Während für den Ökonomen „Beliefs“ der Agenten ein objektives Datum sind, ist dem Psychologen klar, dass zur Aufrechterhaltung eines positiven Selbst-Bildes eine entsprechend der individuellen Vorstellungen verzehrte Wahrnehmung gehört. Sobald man der Idee der „preferences over beliefs“ offen gegenüber steht ist es zum Modell des rational Irrationalen nicht mehr weit. Je billiger irrationales Verhalten (aufgrund von „preferences over beliefs“, z. B. ideologiebasierte Vorstellungen bezüglich guter Politikmassnahmen, statt wissensbassierte Erkenntnis) ist, desto wahrscheinlicher wird es, solches Verhalten auch zu beobachten. Demokratische Wahlen machen individuelles irrationales Verhalten sehr billig. Wie gross ist denn schon die Wahrscheinlichkeit, dass gerade die eigene Stimme Wahlentscheidend ist? Je geringer diese Wahrscheinlichkeit ist, desto billiger wird es im Erwartungswert falschen Vorstellungen anzuhaften.

Eine durch und durch interessante Arbeit. Die wenigen Annahmen zum verwandten Modell werden durch empirische Daten gestützt. Der Autor kann trotz des eher pessimistischen Untertitels seines Buches auch mit einer positiven Nachricht aufwarten. Auch wenn wir eine besser unterrichtete Wahlbevölkerung für gute Politikentscheidungen benötigen, ist es nicht so schlimm, wie es schlechtestens sein könnte. Das kurze Gedächtnis der Wähler und die Delegation der Verantwortung unpopulärer Massnahmen an untergebene Stellen erlaubt es den Politkern, ungestraft auch sinnvolle aber unpopuläre Politik zu betreiben.

Gelesen: An Essay on the Nature and Significance of Economic Science

Lange wurde nicht so intensiv und kritisch diskutiert, was die „dismal science“ leisten kann und soll und welche grundlegenden Fehler wir als empirische Forscher in den Wirtschaftswissenschaften begehen, wie dies Lionel Robbins in seinem 1932 erstmal erschienenem Essay vorführt. Erst mit dem Aufkommen der EconBlogs scheint diese Diskussionskultur wieder öffentlich zu werden.

Erschreckend ist jedoch wie wenig wir in den vergangenen 70 Jahren erreicht, wieviel wir zu ignorieren gewählt haben. Umso bedeutsamer sind die gar nicht so neuen Erkenntnisse der Verhaltensökonomen (aus Introspektive wurde eine methodologisch gut fundierte Emperie) und ihres Einflusses auf die theoretisch arbeitenden Ökonomen. Ich hatte eine aus der Universitätbibliothek Aberdeen ausgesonderte Fassung der zweiten Edition, nachgedruckt im Jahr 1952, in der Hand. Das Buch scheint leider nur schwer verfügbar, auch in der antiquarischen Suche.

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