Gelesen: Tatja Grimm's World

Vernor Vinge, ehemals Professor für Mathematik und Informatik, ist als Science Fiction Autor eher bekannt für seine in die ferne (?) Zukunft schauenden Werke, in denen die technologische Entwicklung so rasant fortgeschritten ist, dass sie die menschliche Gesellschaft grundlegend verändert hat. Zu seinen ersten Werken gehört Tatja Grimm’s World, eigentlich ein Sammelband verschiedener Kurzgeschichten. Tatja Grimm’s World ist jedoch nicht unbedingt typisch für Vinge. Statt in die ferne Zukunft fühlt man sich in eine Steampunk-Welt versetzt. Eine Steampunk-Welt in der ein Individuum deutlich aus der Menge ihrer Mitmenschen heraussticht.

Tatja ist überdurchschnittlich intelligent und erkennt, dass ihre Welt nicht das ist, was sie zu sein scheint. Etwas zu skrupellos verfolgt sie ihre eigene Ziele und sucht nach dem Beweis für außerirdisches, intelligentes Leben. Sie findet nicht nur ihren Beweis, sondern auch eine Erklärung für die Resourcenarmut ihrer Welt. Am Ende, nach einigen (mehr oder wenigen durchsichtigen) Wendungen, bricht sie schliesslich zu neuen Welten auf.

Vinge hat zurecht seine Karriere als Hochschullehrer gegen die eines Autors eingetauscht. Grimm’s World hat man im Nu verschlungen. Interessant ist, dass bereits in diesem frühen Werk Vinges pro-Markt/Kapitalismus Neigung deutlich wird. Er sich also bereits zu Beginn seiner Autorenkarriere deutlich von den doch recht häufig in der SF anzutreffenden Sozialromantikern, die oft das Ende eines freien Marktsystems thematisieren, unterscheidet.

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