Gelesen: Statistical Rules of Thumb

Gerald van Belle, Prof. für Biostatistik, legt mit Statistical Rules of Thumb einen praktischen Ratgeber für die statistische Praxis in bereits der zweiten Auflage vor. Das Buch ist thematisch gegliedert und jede Regel wird nicht nur motiviert sondern auch theoretisch hergeleitet. Van Belle hat einen sehr angenehmen Stil und trotz der eher trockenen Natur des Stoffes ist man verleitet, das kleine Büchlein von Anfang bis Ende zu lesen.

Das Buch ist nicht für den Anfänger, sondern wirklich für den Praktiker gedacht, dessen Handwerk sich hauptsächlich um die Anwendung der statistischen Methoden dreht. Rules of Thumb ist kein Lehrbuch und definitiv nicht die letzte Instanz zu theoretischen Fragen. Es bietet jedoch einen interessanten Überblick über die typischen Fragen, die sich bei der täglichen Anwendung von statistischen Methoden ergibt.

Leider hat das Lektorat an einigen Stellen versagt. Bedauerlich, wenn man bedenkt, dass dies bereits die zweite Auflage ist. Nicht selten sind Sätze unvollständig (Worte fehlen) oder übervollständig (Worte sind zuviel/doppelt). Das Formelwerk ist jedoch korrekt.

Für mich war bezeichnet, dass ich es hier schon wieder mit einem Biostatistiker zu tun habe. Ich als Ökonom mit einem (Ausbildungs-)Schwerpunkt in der Ökonometrie wende mich in meiner Arbeit immer häufiger den Methoden der Biostatistik zu. Nun gut, als Verhaltensökonom sind die sonst typischen Zeitreihenmodelle der Ökonometrie eher unbrauchbar, aber auch die Mikroökonometrie hinkt ein wenige der Biostatistik hinterher.

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