Gelesen: The Winner's Curse

Ende der Achtziger schrieb Dick Thaler für das Journal of Economic Perspectives eine ganze Reihe von Artikeln über Paradoxien und Anomalien in der Ökonomie. Diese Artikel sind im The Winner’s Curse gesammelt und ein wenig für den gemeinen Leser editiert worden. Erschienen ist die Sammlung Anfang der Neunziger und dürfte damit eines der ersten Behavioral Economics Bücher für die breite Masse sein.

Aufgrund des Charakters einer Artikelsammlung sind die einzelnen Kapitel, obwohl thematisch sortiert, jeweils in sich abgeschlossen. Trotzdem gibt es ein gemeinsames Thema und auch eine aus den Kapiteln resultierende Lehre: Die Theorie ist oft eben nur (normative) Theorie eines optimalen Verhaltens unter bestimmten Bedingungen und nicht die Beschreibung des tatsächlichen menschlichen Verhaltens. Es fehlt uns also (immer noch) an positiver Theorie und an der notwendigen Trennung zwischen den beiden Theorien.

Gut 15 Jahre später, die Situation hat sich zwar schon deutlich gebessert, gilt dies immer noch. Es gibt inzwischen Arbeit(en) an und mit positiver Theorie, das normative Idealbild ist jedoch noch immer zentrale Annahme des Durchschnittsökonomen.

Insgesamt trotz, vielleicht auch schon wegen, des Alters lesenswert.

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